März 2007. "Einkommen ist ein Bürgerrecht, Vollbeschäftigung eine Illusion. Also müssen wir Arbeit und Einkommen trennen", fordert Prof. Götz W. Werner. Über die Machbarkeit eines bedingungslosen Grundeinkommens für jeden Bürger und die daraus resultierenden Veränderungen in der Gesellschaft schreibt der dm-Gründer in seinem Buch "Einkommen für alle".
"Die Würde und die Freiheit des Menschen beinhalten das Recht, Nein sagen zu können. Diese Freiheit hat nur der, dessen Existenzminimum gesichert ist", sagt Prof. Werner, Leiter des Interfakultativen Instituts für Entrepreneurship an der Universität Karlsruhe (TH) und Gründer von dm-drogerie markt. Für ihn ruht die Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen auf der zentralen Grundlage unserer Verfassung: Die Würde des Menschen ist unantastbar. "Einen Zwang zur Arbeit, also Zwangsarbeit, verbietet unser Grundgesetz", sagt der dm-Gründer.
Der erfolgreiche Unternehmer verlangt die radikale Umkehr vor allem in den sozialen Sicherungssystemen und denkt über die zentralen Begriffe Arbeit, Einkommen und Steuern grundsätzlich neu nach. Werner meint, die erfolgreiche Zukunft des Sozialstaats liege in einem Grundeinkommen, das jedem Bürger ohne irgendwelche Voraussetzungen oder Bedingungen zusteht, das seine Existenz sowie seine kulturellen Grundbedürfnisse wie beispielsweise ein Zeitungsabonnement sichert und sein Arbeitseinkommen teilweise ersetzt.
Ermöglicht wird das bedingungslose Grundeinkommen durch eine grundlegende Steuerreform. Das derzeitige Steuersystem einer Einkommensbezogenen Besteuerung bremse Produktivität und mache Arbeit unbezahlbar. Wenn hingegen nur noch der Konsum besteuert und zugleich das Dickicht verteilender und kontrollierender Bürokratie radikal gelichtet würde, könne Deutschland zum Steuer- und Arbeitsparadies werden.